Knowledge Blog · Drucken & Etikettieren
Eine Verpackungslinie soll schneller laufen, neue Produkte bringen zusätzliche Codes auf das Etikett – und plötzlich ist das Print-&-Apply-System der Engpass. Die naheliegende Frage lautet: Braucht es ein schnelleres Druckwerk? Häufig liegt die Grenze aber weniger in einer einzelnen Komponente als im Aufbau des Systems, also darin, wie Drucken und Etikettieren zusammenhängen. Dieser Beitrag erklärt, was die Taktleistung begrenzt, und vergleicht drei Konzepte: klassisches Print & Apply, Etikettierer mit Thermotransfer-Overprint und Loop-P&A mit Etikettenpuffer. Dabei geht es auch darum, wo jedes Konzept an seine Grenzen stößt.
Was die Taktleistung bei Print & Apply begrenzt
Die Taktleistung eines Print-&-Apply-Systems wird meist nicht von einem einzelnen Bauteil begrenzt, sondern davon, wie eng Drucken und Spenden miteinander gekoppelt sind. Print & Apply (kurz P&A, deutsch auch Drucken und Etikettieren) bezeichnet Systeme, die ein Etikett mit variablen Daten bedrucken und anschließend automatisch auf ein Produkt aufbringen. Die Taktleistung gibt an, wie viele Produkte pro Minute ein solches System zuverlässig kennzeichnet. Ob tatsächlich das Kennzeichnungssystem den Takt der Linie begrenzt, zeigt erst der Blick auf den gesamten Ablauf: Auch unpassende Produktabstände oder spät bereitgestellte Druckdaten können die Leistung begrenzen.
Drucken, Spenden, Applizieren
Jeder Kennzeichnungsvorgang besteht aus drei Teilschritten. Beim Drucken entsteht das Druckbild auf dem Etikett, das dabei noch auf dem Trägermaterial haftet. Beim Spenden wird das Etikett an einer scharfen Kante, der Spendekante, vom Trägermaterial abgelöst. Beim Applizieren gelangt es auf das Produkt – entweder direkt von der Spendekante, etwa indem eine Andruckrolle es auf das vorbeilaufende Produkt aufbringt, oder über einen Applikator, der das Etikett übernimmt und zum Beispiel aufstempelt oder anbläst. Jeder dieser Schritte braucht Zeit, und nicht alle lassen sich beliebig überlappen.
Warum die Druckgeschwindigkeit den Takt mitbestimmt
Drucken und Spenden stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bewegung der Materialbahn. Beim Thermotransferdruck überträgt ein beheizter Druckkopf Farbe von einem Farbband auf das Etikett, beim Thermodirektdruck schwärzt der Druckkopf ein wärmeempfindliches Etikettenmaterial direkt (mehr dazu im Beitrag Thermotransfer oder Thermodirekt). In beiden Fällen muss die Druckgeschwindigkeit zur Kombination aus Etikettenmaterial, Farbband und Druckbild passen, damit Schrift und Codes gut lesbar bleiben. Beim Spenden muss sich das Etikett dagegen passend zur Bewegung des Produkts ablösen.
Sind beide Vorgänge auf derselben Materialbahn gekoppelt, bewegt sich die Bahn mit nur einer Geschwindigkeit. Beim direkten Spenden auf das vorbeilaufende Produkt begrenzt dann die Geschwindigkeit, die für eine gute Druckqualität passt, auch die Geschwindigkeit, mit der Produkte gekennzeichnet werden können. Arbeitet das System mit einem Applikator, bestimmen Druck-Spendezeit und Applikatorbewegung gemeinsam den Takt.
Klassisches Print & Apply: Druck in Echtzeit
Klassische Print-&-Apply-Systeme drucken das Etikett unmittelbar vor dem Aufbringen und eignen sich deshalb besonders für Daten, die einem bestimmten Produkt zugeordnet sein müssen. Ein Beispiel ist das Druck- und Etikettiersystem XPA 9xx von NOVEXX Solutions: Nach einem Startsignal, etwa von einer Lichtschranke am Förderband, druckt es ein Etikett und spendet es. Das Etikett wird dann direkt mit einer Andruckrolle auf das vorbeilaufende Produkt aufgebracht oder von einem Applikator übernommen, der es auf das Produkt überträgt.
Arbeitet das System ohne Vorlauf, ist jedes gedruckte Etikett für genau das Produkt bestimmt, das das Startsignal ausgelöst hat. Das ist die Voraussetzung für Versandetiketten mit sendungsbezogenen Daten oder für Angaben, die erst am einzelnen Produkt entstehen, zum Beispiel ein gewogenes Gewicht. Applikatoren erweitern zudem die Einsatzmöglichkeiten, etwa bei wechselnden Produkthöhen oder schwer erreichbaren Flächen, reduzieren durch die zusätzliche Zykluszeit für die Applikatorbewegung allerdings die Taktrate deutlich.
Systeme wie der XPA 9xx können außerdem mehrere bereits gedruckte Etiketten im Vorlauf halten, besonders mit langen oder längenverstellbaren Spendekanten. Das verkürzt die Zeit zwischen Startsignal und Etikett. Druck und Spenden finden aber weiterhin auf derselben Materialbahn statt. Ohne geregelten Materialpuffer – etwa über einen Tänzer – bleiben Druck- und Spendegeschwindigkeit gekoppelt.
Vorlauf ist nicht gleich Entkopplung
Vorgedruckte Etiketten an der Spendekante verkürzen die Reaktionszeit auf das Startsignal. Sie ändern aber nichts daran, dass Druck und Spenden dieselbe Bahngeschwindigkeit nutzen.
Innerhalb des klassischen Aufbaus lässt sich die Taktleistung über mehrere Stellgrößen beeinflussen: ein kürzeres Etikettenformat in Vorschubrichtung, die Wahl zwischen Direktspenden und Applikator oder einen Vorlauf von Etiketten. Die Kopplung von Druck und Spenden bleibt dabei bestehen. Ein typisches Einsatzgebiet ist die Kartonkennzeichnung am Ende einer Verpackungslinie, bei der jedes Etikett auftrags- oder sendungsbezogene Daten trägt.
Etikettierer mit TTO: schnell bei kleinen Druckinhalten
Ein Etikettierer mit Thermotransfer-Overprint ist eine starke Lösung, wenn das Etikett größtenteils vorbedruckt ist und nur wenige variable Angaben ergänzt werden. Thermotransfer-Overprint (englisch Thermal Transfer Overprint, kurz TTO) bezeichnet das Aufdrucken variabler Daten auf bereits vorbedruckte Etiketten oder Verpackungsfolien mit einem Thermotransfer-Druckwerk, dem TTO-Drucker. Die Unterscheidung zwischen Thermotransfer und Thermodirekt betrifft das Druckprinzip, die Bezeichnung TTO beschreibt dagegen Bauform und Einsatzzweck.
TTO-Drucker arbeiten je nach Ausführung intermittierend oder kontinuierlich (siehe Produktseite XTO). Im intermittierenden Betrieb steht das Material während des Drucks still, und der Druckkopf bewegt sich über das Druckfeld. Im kontinuierlichen Betrieb läuft das Material am feststehenden Druckkopf vorbei.
Ist ein intermittierend arbeitender TTO-Drucker in einen Etikettierer ohne Puffer integriert, druckt er in dem Zeitfenster, in dem die Etikettenbahn ohnehin stillsteht, etwa zwischen zwei Produkten. Passt der Druck vollständig in dieses Fenster, verlängert er den Takt nicht. Kritisch wird es, wenn der Druck länger dauert, als bis zum nächsten Startsignal Zeit bleibt: Solange der TTO-Drucker druckt, ist das Spenden gesperrt, und Startsignale des Etikettierers werden unterdrückt. Ganze Zyklen gehen verloren, und Produkte laufen ohne Etikett weiter – mit gravierenden Folgen für den Prozess. Entscheidend ist deshalb die Länge des Druckbilds in Vorschubrichtung, nicht allein die Etikettengröße.
NOVEXX Solutions bietet mit XTO + XLS eine solche kompakte Kombination an. Laut Produktseite ist sie für kleine Inhalte wie Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD), Produktionscodes, Echtzeitdaten oder Barcodes ausgelegt. Ein typisches Beispiel ist eine Faltschachtel, die ein vorbedrucktes Produktetikett erhält, auf das der TTO-Drucker Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer druckt.
Loop-P&A: Drucken und Etikettieren entkoppeln
Loop-P&A trennt Drucken und Spenden durch einen Etikettenpuffer, sodass beide Vorgänge mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zeitgleich ablaufen können. Das Prinzip ist einfach, seine Wirkung hängt aber von der Mengenbilanz des Puffers ab.
So funktioniert der Etikettenpuffer
Bei Loop-P&A bedruckt ein Druckmodul die Etiketten, ohne sie abzulösen: Die bedruckten Etiketten bleiben auf dem Trägermaterial und laufen in einen Puffer, die sogenannte Schlaufe oder Loop. Ein nachgeschalteter Etikettierer entnimmt das Material aus diesem Puffer, spendet die Etiketten und bringt sie auf die Produkte auf. Den Vorrat regelt ein Tänzer, eine beweglich gelagerte Rolle, die die Materialschlaufe spannt und deren Länge erfasst. NOVEXX Solutions beschreibt dieses Prinzip für das Druckmodul XPM: Die Etiketten verbleiben nach dem Druck auf dem Trägermaterial, und die Druckgeschwindigkeit ist unabhängig von der Spendegeschwindigkeit (Quelle: Produktseite XDM & XPM 94x).
Der Puffer bewirkt zwei Effekte. Erstens laufen Drucken und Spenden gleichzeitig – allerdings an verschiedenen Etiketten: Während der Etikettierer ein bereits bedrucktes Etikett aufbringt, bedruckt das Druckmodul ein nachfolgendes. Zweitens dürfen sich die momentanen Geschwindigkeiten unterscheiden. Der Etikettierer spendet passend zur Produktbewegung, während das Druckmodul mit der Geschwindigkeit druckt, die für die Druckqualität passt. Die Schlaufe wird dabei kürzer oder länger und gleicht den Unterschied aus.
Entscheidend ist die mittlere Druckleistung
Der Puffer gleicht Unterschiede zwischen Druck und Spenden kurzfristig aus. Über die Zeit muss das Druckmodul aber mindestens so viel bedrucktes Material liefern, wie der Etikettierer entnimmt. Dieser Bedarf ergibt sich aus der Zahl der Produkte pro Zeiteinheit und der Etikettenteilung, also dem Abstand vom Anfang eines Etiketts bis zum Anfang des nächsten auf dem Trägermaterial.
Mengenbilanz des Etikettenpuffers
Mittlere Druckgeschwindigkeit [mm/s] ≥ Produkte pro Sekunde × Etikettenteilung [mm]
Die Druckgeschwindigkeit muss also nicht die Spendegeschwindigkeit während des Aufbringens erreichen, sondern den mittleren Materialbedarf decken. Reserven für Anlauf, Layoutwechsel und kurze Bedarfsspitzen kommen hinzu.
Die Mengenbilanz erklärt, warum ein Loop die Taktleistung erhöhen kann: Zwischen zwei Produkten entsteht auf dem Förderband eine Lücke. Im gekoppelten Aufbau trägt diese Zeit nicht zum Druck bei. Im Loop druckt das Druckmodul in diesen Lücken weiter und füllt den Puffer wieder auf. Ein Beispiel ist eine schnelle Linie, auf der Produkte ein vollvariables Etikett aus Text und 2D-Code erhalten: Der Etikettierer spendet mit Liniengeschwindigkeit, das Druckmodul liefert gleichmäßig mit qualitätsgerechter Geschwindigkeit nach.
Was der Puffer nicht leistet
Der Puffer ist ein endlicher Vorrat. Er kann kurze Bedarfsspitzen überbrücken, etwa wenn mehrere Produkte dicht aufeinanderfolgen, aber kein dauerhaftes Defizit ausgleichen: Liefert das Druckmodul im Mittel weniger, als entnommen wird, ist die Schlaufe irgendwann leer. Hinzu kommt eine Verzögerung zwischen Druck und Applikation. Ein frisch gedrucktes Etikett wird erst aufgebracht, nachdem alle Etiketten vor ihm im Loop verbraucht sind. Deshalb müssen Druckdaten entsprechend früh vorliegen.
Vor dem Produktionsstart muss der Puffer mit korrekt bedruckten Etiketten gefüllt sein. Bei einem Auftrags- oder Layoutwechsel ist festzulegen, wie mit den bereits gedruckten Etiketten im Loop verfahren wird. Diese Punkte gehören in die Auslegung des Systems, nicht erst in die Inbetriebnahme.
Seriennummern und variable Daten im Loop
Loop-P&A kann serialisierte Etiketten drucken, eignet sich aber nur, wenn der Etiketteninhalt nicht schon beim Druck einem bestimmten Produkt zugeordnet sein muss. Seriennummern oder serialisierte Codes lassen sich im Loop zum Beispiel klassisch aufsteigend drucken. Viele Produkte werden in Chargen hergestellt und erst durch ein Etikett mit Seriennummer einmalig. Die Verbindung zwischen Seriennummer und Produkt entsteht in solchen Anwendungen üblicherweise nach dem Etikettieren.
Typischerweise liest ein Scanner oder ein Vision-System – ein kamerabasiertes Lese- und Prüfsystem – das aufgebrachte Etikett, und erst dann wird der Datensatz im ERP- oder MES-System angelegt. ERP steht für Enterprise Resource Planning, MES für Manufacturing Execution System. Nicht das IT-System gibt also vor, welches Etikett für welches Produkt gedruckt wird; das gelesene Etikett erzeugt den Eintrag zum Produkt. Ein Risiko besteht, wenn Etiketten im Loop verloren gehen, etwa durch Ausschuss oder eine Störung: Ihre Seriennummern werden dann keinem Produkt zugeordnet. Das sollte die Prozessplanung berücksichtigen.
Ein Beispiel: Ein Hersteller kennzeichnet die Produkte einer Charge mit aufsteigenden Seriennummern. Ein Vision-System hinter dem Etikettierer liest jede Nummer und legt den zugehörigen Datensatz im MES an. Jedes Produkt ist damit eindeutig identifizierbar, obwohl beim Druck noch nicht feststand, auf welchem Produkt welches Etikett landet.
Nicht geeignet ist Loop-P&A, wenn das Etikett für ein bestimmtes Produkt gedruckt werden muss. Weil zwischen Druck und Applikation mehrere Etiketten im Puffer liegen, lässt sich nicht sicher steuern, welches Etikett auf welchem Produkt landet. Damit scheiden Versandetiketten mit sendungsbezogenen Daten aus, ebenso Angaben, die erst am einzelnen Produkt ermittelt werden, etwa ein gewogenes Gewicht. Auch bestimmte regulierte Anwendungen können eine feste Zuordnung bereits beim Druck verlangen. Für die Verknüpfung eindeutiger Kennungen mit digitalen Produktinformationen, wie sie etwa beim digitalen Produktpass vorgesehen ist, kann ein Ablauf aus Drucken, Aufbringen, Lesen und anschließendem Verknüpfen geeignet sein.
Hinweis zur rechtlichen Einordnung
Ob eine Anwendung eine feste Zuordnung beim Druck erfordert, hängt von Land, Branche, Produktkategorie und den jeweils geltenden Vorgaben ab. Diese Einordnung ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.
Drei Konzepte im Vergleich
Keines der drei Konzepte ist pauschal besser; entscheidend sind Druckinhalt, Datenzuordnung und Taktprofil der Anwendung. Die folgende Übersicht vergleicht die Prinzipien. Sie ersetzt keine Bewertung der konkreten Anwendung.
| Kriterium | Klassisches Print & Apply | Etikettierer mit TTO | Loop-P&A |
|---|---|---|---|
| Grundprinzip | Druck und Spenden auf einer Bahn, Druck nach Startsignal | Vorbedrucktes Etikett, variable Daten per TTO im Etikettierer | Druckmodul und Etikettierer über einen Etikettenpuffer verbunden |
| Druck- und Spendegeschwindigkeit | Gekoppelt, auch bei Etiketten im Vorlauf | Intermittierend: Druck im Stillstandsfenster der Bahn | Entkoppelt und beides für sich variabel |
| Variabler Druckinhalt | Vollständig variables Etikett | Variabel im Druckfenster des TTO-Druckers | Vollständig variables Etikett |
| Zuordnung Etikett–Produkt beim Druck | Möglich, wenn ohne Vorlauf gearbeitet wird | Nicht sicher steuerbar; Zuordnung nach dem Etikettieren | Nicht sicher steuerbar; Zuordnung nach dem Etikettieren |
| Typische Stärke | Produktbezogene Echtzeitdaten, Applikatoren für schwierige Positionen | Kompakt bei kleinen Zusatzangaben, nachrüstbar an bestehenden Etikettierern | Hohe Taktleistung bei vollvariablen Etiketten, hohe Spendegeschwindigkeit und damit hohe Produktgeschwindigkeiten |
| Zu beachten | Die Druckgeschwindigkeit begrenzt den Takt mit | Die Druckgeschwindigkeit begrenzt den Takt mit | Endlicher Puffer, Verzögerung, Vorbefüllung |
| Typische Anwendungen | Versand- und Kartonetiketten, Gewichtsdaten | MHD und Chargencode auf Produktetiketten | Produktetiketten bei hohem Takt |
Tabelle 1: Vergleich der drei Print-&-Apply-Konzepte nach sieben Kriterien.
Der Vergleich zeigt: Auch klassische Systeme können Etiketten vorab drucken, und auch TTO-Lösungen sind schnell, wenn der Druckinhalt klein ist. Der Loop schafft darüber hinaus einen veränderlichen Materialpuffer, der unterschiedliche Bewegungen von Druck und Spenden erlaubt.
Druckmodul und Etikettierer verschiedener Hersteller: Worauf Sie achten sollten
Loop-Systeme entstehen häufig aus einem Druckmodul und einem Etikettierer verschiedener Hersteller. Das funktioniert, verlangt aber eine sorgfältige Abstimmung. Hintergrund ist, dass die eingesetzten Druckwerke oft von Herstellern stammen, die selbst keine Etikettierer oder Spendersteuerungen anbieten. Integratoren kombinieren deshalb Komponenten unterschiedlicher Anbieter. Bei der Bewertung einer solchen Lösung lohnt es sich, folgende Punkte zu klären:
- Signale und Schnittstellen: Wie tauschen Druckmodul und Etikettierer Start-, Status- und Fehlersignale aus, und wurde genau diese Kombination getestet?
- Zuständigkeit im Störfall: Wer ist Ansprechpartner, wenn unklar ist, ob die Ursache im Druck, im Puffer oder im Etikettierer liegt?
- Dokumentation: Gibt es eine Beschreibung des Gesamtsystems oder nur getrennte Gerätehandbücher?
- Schulung: Wer schult Bedien- und Instandhaltungspersonal für das Zusammenspiel beider Komponenten?
- Ersatzteile und Service: Wer liefert Ersatzteile und Service für beide Komponenten, und in welchem Zeitrahmen?
- Software- und Firmwarestände: Wer prüft, ob ein Update einer Komponente das Zusammenspiel beeinflusst?
Diese Prüfpunkte gelten für jede Kombination aus Komponenten mehrerer Hersteller. Wie gut sie sich beantworten lassen, hängt vom jeweiligen Anbieter und Integrator ab.
Loop-P&A von NOVEXX Solutions
NOVEXX Solutions entwickelt und produziert Druckmodule und Etikettierer selbst – in Eching bei München – und bietet Loop-P&A-Lösungen aus einer Hand an. Ein Baustein dafür ist das Druckmodul XPM, das NOVEXX Solutions ausdrücklich als Drucklösung für Print-&-Apply-Schleifensysteme beschreibt: Die Etiketten verbleiben nach dem Druck auf dem Trägermaterial. Auch die Etikettierer der Baureihe XLS werden in Eching entwickelt und produziert.
Für Anwender bedeutet das: Beratung, Dokumentation, Schulung und Service kommen aus einer Herstellerwelt. Druck, Puffer und Etikettierung lassen sich bei der Auslegung gemeinsam mit einem Hersteller betrachten. Weil das Portfolio von NOVEXX Solutions auch klassische Print-&-Apply-Systeme wie den XPA 9xx und die Kombination XTO + XLS umfasst, kann die Beratung vom passenden Konzept ausgehen statt von einem bestimmten Gerät. Welche Lösung passt, zeigt erst die Bewertung der konkreten Anwendung mit Drucklayout, Etikettenmaterial und Taktprofil.
Fazit
Mehr Produkte pro Minute erreichen Sie bei Print & Apply nicht allein mit einem schnelleren Druckwerk, sondern mit dem passenden Konzept. Drei Fragen helfen bei der Einordnung: Wie groß ist der variable Druckinhalt? Muss das Etikett für ein bestimmtes Produkt gedruckt werden? Und reicht die mittlere Druckleistung für den geforderten Takt?
Bei kleinen Zusatzangaben ist ein Etikettierer mit TTO oft die kompaktere Wahl. Müssen Daten fest einem Produkt zugeordnet sein, ist klassisches Print & Apply die passende Lösung. Werden Etiketten bei hohem Takt benötigt und darf die Zuordnung nach dem Etikettieren entstehen, löst Loop-P&A die Kopplung, die den Takt bisher begrenzt hat.
Nächster Schritt
Welches Print-&-Apply-Konzept passt zu Ihrer Anwendung? Sprechen Sie uns an: Wir beraten Sie gern und bewerten gemeinsam mit Ihnen Drucklayout, Etikettenmaterial und Produkttakt.
Häufige Fragen
Wie viele Produkte pro Minute schafft ein Print-&-Apply-System?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die erreichbare Taktleistung hängt vom Systemaufbau, von Etikettenlänge und Druckinhalt, vom Etikettenmaterial, vom Applikationsverfahren und von der Produktzuführung ab. Bei klassischem Print & Apply begrenzt zusätzlich die Kopplung von Druck, Spenden und Applizieren (bei Applikator) den Takt. Belastbare Werte liefert nur eine Bewertung der konkreten Anwendung, idealerweise mit Mustern des realen Etiketts.
Was unterscheidet Loop-P&A von klassischem Print & Apply?
Bei klassischem Print & Apply laufen Druck und Spenden auf derselben Materialbahn und damit mit derselben Geschwindigkeit. Loop-P&A verbindet Druckmodul und Etikettierer über einen geregelten Etikettenpuffer. Dadurch kann das Druckmodul mit qualitätsgerechter Geschwindigkeit drucken, während der Etikettierer passend zur Linie spendet. Im Gegenzug lässt sich beim Loop nicht sicher steuern, welches Etikett auf welchem Produkt landet.
Kann ein klassisches Print-&-Apply-System Etiketten vorab drucken?
Ja. Systeme wie der XPA 9xx können mehrere bereits gedruckte Etiketten im Vorlauf halten, besonders mit langen oder längenverstellbaren Spendekanten. Druck- und Spendegeschwindigkeit bleiben aber gekoppelt, weil ein geregelter Materialpuffer fehlt und die Antriebe für das Spenden nur auf die dazu passenden Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Vorlauf ist daher nicht dasselbe wie die Entkopplung im Loop.
Warum muss der Loop vor dem Produktionsstart gefüllt sein?
Der Etikettierer entnimmt die Etiketten aus dem Puffer, nicht direkt vom Druckmodul. Damit vom ersten Produkt an gekennzeichnet werden kann, müssen vor dem Start ausreichend korrekt bedruckte Etiketten in der Schlaufe liegen. Aus demselben Grund ist bei einem Auftrags- oder Layoutwechsel festzulegen, wie mit den bereits gedruckten Etiketten im Loop umgegangen wird.
Kann ich mit Loop-P&A Seriennummern drucken?
Ja. Seriennummern oder serialisierte Codes lassen sich zum Beispiel aufsteigend drucken und anschließend applizieren. Die Zuordnung zum Produkt entsteht dann nach dem Etikettieren, typischerweise indem ein Scanner oder Vision-System das Etikett liest und den Datensatz im ERP- oder MES-System anlegt. Gehen Etiketten im Loop verloren, bleiben deren Seriennummern ohne Produkt. Das sollte der Prozess berücksichtigen.
Eignet sich Loop-P&A für Versandetiketten?
Nein. Versandetiketten tragen sendungsbezogene Daten und müssen genau auf das Packstück gelangen, für das sie gedruckt wurden. Bei Loop-P&A liegen zwischen Druck und Applikation mehrere Etiketten im Puffer, und es lässt sich nicht sicher steuern, welches Etikett auf welchem Produkt landet. Für solche Anwendungen ist klassisches Print & Apply mit Druck in Echtzeit die passende Wahl.
Wann ist ein Etikettierer mit TTO die bessere Wahl?
Wenn das Etikett größtenteils vorbedruckt ist und nur kleine variable Angaben wie Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargennummer oder ein kurzer Code ergänzt werden. Ein intermittierend arbeitender TTO-Drucker druckt dann im Zeitfenster, in dem die Etikettenbahn ohnehin stillsteht, und verlängert den Takt damit nicht, solange der Druck in dieses Fenster passt. Bei großen variablen Inhalten wird die Druckzeit dagegen schnell zum begrenzenden Faktor.
Quellen und weiterführende Informationen
- NOVEXX Solutions: XDM & XPM 94x – Druckmodule (Produktseite)
- NOVEXX Solutions: XPA 9xx – Drucken und Etikettieren (Produktseite)
- NOVEXX Solutions: Druck- und Etikettiersysteme – Portfolioübersicht
- NOVEXX Solutions: XTO + XLS Etikettierer (Produktseite)
- NOVEXX Solutions: XTO – Thermo Transfer Overprint (Produktseite)
- NOVEXX Solutions: Thermotransfer oder Thermodirekt?
Die Angaben zu Puffer, Datenzuordnung und Serialisierung beruhen auf der fachlichen Einordnung durch das Produktmanagement von NOVEXX Solutions.

